Die Essstäbchen, deren man sich zum Essen bedient, sind eines der wichtigsten Kochutensilien der Chinesen. Historischen Aufzeichnungen zufolge haben die Chinesen schon im 18. Jahrhundert vor Chr. angefangen, mit Stäbchen zu essen. Ein Paar Stäbchen, das 1974 in einer antiken Grabstätte in Südchina gefunden wurde, ist viel länger als die heute gebräuchlichen, die etwa 25 cm lang sind. Das hängt damit zusammen, dass man in jener Zeit Kochgeräte wie das aus Bronze gefertigte Ding benutzte, ein rundes, manchmal auch eckiges Kochgeschirr mit zwei Handgriffen und drei oder vier Beinen, das stärker ausgebaucht war und eine größere Öffnung besaß, sowie andere Topfwaren aus Tonerde zum Essen und Zubereiten der Esswaren.

Die Essstäbchen, die man heute in China benutzt, sind meistens aus Bambusrohr oder Holz, manche sogar aus Elfenbein oder Silber hergestellt. Meist sind sie von schlichter Farbe, häufig aber auch mit Blumen-Mustern verziert oder lackiert. In der Feudalzeit waren die Essstäbchen, die der Kaiser, seine Familienangehörigen und die hohen Beamten in den Palästen oder Residenzen benutzten, obenauf mit Schnitzereien aus Drachen- und Phönix-Mustern verziert. Angeblich benötigte ein erfahrener Schnitzer mehr als einen Monat, um solche Essstäbchen herzustellen.

Ein Stäbchen wird mit dem dickeren Ende in die Hautfalte zwischen Daumen und Zeigefinger gelegt, während der Mittelteil auf der Spitze des Ringfingers ruht. Dieses Stäbchen wird nicht bewegt.

Das zweite Stäbchen wird, ähnlich wie ein Stift, mit den Spitzen des Daumens, Zeige- und Mittelfinger gehalten.

Das zweite Stäbchen wird nun zum festliegenden Stäbchen hin und wieder davon weg bewegt. Auf diese Weise können auch große Dinge einfach gegriffen werden.

Um Kindern das Essen mit Stäbchen beizubringen, werden die Enden mit einem Stückchen Pappe getrennt und mit einem Gummiring mehrmals fest umwickelt, so dass sich die Stäbchen wie eine Pinzette halten und benutzen lassen.